Erntedankfest 2025

Gemeinsame Erntedank-Erklärung 2025 der Kirchen in Westfalen-Lippe mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband und dem Ring der Landjugend in Westfalen-Lippe...

Wenn Erntedank gefeiert wird, ist die heiße Phase des Sommers vorbei und die Ernte des Jahres größtenteils von den Feldern eingeholt. Nach großem Einsatz, Leistung und Investition werden die Früchte der Arbeit nun sichtbar. So sehr Landwirtinnen und Landwirte ihren Beitrag zu Wachstum und Ernte leisten, so sehr liegt das Gelingen teilweise außerhalb des eigenen Tuns. Erntedank ist daher ein Anlass, um Gott für sein Wirken zu danken und zugleich Ausdruck unserer Zuversicht im täglichen Tun. Es gilt als Menschheitserfahrung, selbst einen Beitrag zu leisten und doch den Erfolg nicht abschließend „in der Hand zu haben“. Diese Erfahrung spiegelt sich in einem der frühesten Feste der Menschheit, im Erntedankfest, wider.

Erntedank ist definitiv kein Fest vergangener Zeiten. Erntedank ist vielmehr ein Tag, an dem wir über den Dank hinaus reflektieren müssen, wie alle Akteure aus Landwirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kirche miteinander ins Gespräch kommen können – für einen bewussten Umgang mit den uns geschenkten und anvertrauten Ressourcen, deren Wertschätzung und ihr Bewahren. Dies ist unser aller Verantwortung. Die beiden christlichen Kirchen in Westfalen und Lippe und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband nehmen dies zum Anlass für diese gemeinsame Erntedankerklärung. Besonders die Diskussion um die Ressource Boden und die notwendigen Anpassungen einer klimaangepassten Bodennutzung machen deutlich, wie wichtig der wertschätzende Dialog miteinander ist. Diesen Dialog gilt es künftig weiter zu stärken.

Wir nutzen die Gelegenheit des Erntedankfestes, um den Bauernfamilien in unserem Land aufrichtig für ihre geleistete Arbeit zu danken. Dankbarkeit ist ein Gefühl, eine innere Haltung. Sie hat mit dem Bewusstsein zu tun, dass mir etwas Gutes widerfahren ist. Insofern gehört Wertschätzung unabdingbar zur Dankbarkeit. Das Gute muss wahrgenommen und gewürdigt werden. Im Glauben an Gott spüren wir, dass eine große Liebe im Spiel ist, die mir das Gute zukommen lässt.

Trotz aller Wetterkapriolen der letzten Jahre sind die Erträge bei den meisten Getreidearten und Früchten zufriedenstellend. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können sich auf die harte Arbeit der Landwirtsfamilien verlassen. Die Versorgungssicherheit mit regionalen Produkten und eine hohe Qualität der Lebensmittel zeichnen die landwirtschaftlichen Erzeugnisse - auch in Krisenzeiten – aus. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, muss Landwirtschaft weiterhin Freude bereiten und auskömmlich bleiben, andernfalls verlieren wir die Hofnachfolgerinnen und -nachfolger dauerhaft. Das kann nicht in unserem Interesse sein. Unsere Landwirtsfamilien und die jungen Betriebsleitungen sehen ihren Beruf als Berufung - allen Widerständen zum Trotz! Sie lieben ihre Arbeit, versorgen die Tiere 365 Tage im Jahr und achten darauf, dass auf den Feldern gesundes Getreide heranwächst.

Wir halten am Erntedank inne, blicken zurück und richten gleichzeitig den Blick nach vorn. Denn schon heute werden die Äcker für das kommende Jahr bestellt und somit die Basis für eine hoffentlich gute Ernte 2026 gelegt, damit wir auch im nächsten Jahr Danke sagen können.

Dankbarkeit und Wertschätzung sind die Basis für ein gelingendes und friedliches Miteinander der Menschen über Generationen hinweg. Lasst uns diesen „Acker“ gemeinsam bestellen für eine gute Ernte in zunehmend unruhigen Zeiten.

Danke sagen wir auch allen, die achtsam mit Lebensmitteln umgehen und die unseren Landwirtsfamilien Wertschätzung entgegenbringen. Auch all jenen gilt unser Dank, die die landwirtschaftlichen Erzeugnisse weiterverarbeiten. Ein Schritt muss genau in den anderen greifen. Viele Menschen müssen zuverlässig ihre Arbeit tun. Auch das ist nicht selbstverständlich. Hier arbeiten viele Menschen für „unser tägliches Brot“. Das Erntedankfest ist eine gute Gelegenheit, uns dieser wertvollen Arbeit bewusst zu werden.

Dank sagen:
Dr. Adelheid Ruck‑Schröder | Präses Ev. Kirche von Westfalen
Dietmar Arends | Landessuperintendent Lippische Landeskirche
Dr. Udo Markus Bentz | Erzbischof von Paderborn
Dr. Franz‑Josef Overbeck | Bischof von Essen
Dr. Antonius Hamers | Diözesanadministrator Bistum Münster
Hubertus Beringmeier | Präsident Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband
Charlotte Peine | Vorsitzende Ring der Landjugend in Westfalen-Lippe

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